Seelbrunnen, Rothenburg Ob Der Tauber

Minerva wacht über Rothenburg

Der Seelbrunnen mit Fachwerkhaus im Hintergrund ist ein beeindruckendes Motiv

Die weibliche Figur am Seelbrunnen des Kapellenplatzes in Rothenburg verkörpert die griechischen Göttin Minerva. Die Tochter des Jupiter und der Metis ist als jungfräuliche Göttin der Weisheit Schutzherrin der der Städte. Die Rothenburger nannten sie Rothenburgi und kleideten sie etwas mehr fränkisch als griechisch ein. Der Brunnen, auch Kapellenplatzbrunnen genannt, gehört zur Kategorie der Fließwasserbrunnen.

Mit seinem ornamentierten Steinbecken, der Brunnensäule und der darauf thronenden Minerva-Figur ist er vermutlich kurz nach dem Jahr 1600 entstanden, als das Gebäude der Synagoge und späteren Marienkapelle bereits abgerissen war und wurde 1626 erneuert. Minerva hält ihre Hand über Rothenburg und seine Bewohner. Die Schutzgöttin wird oft mit der griechischen Athene gleichgesetzt, Schutzherrin von Weisheit, Künsten, Handwerk und eben auch der Städte. In ihr fränkisches Gewand gehüllt, hält die Rothenburger Minerva einen Spiegel in der Hand, mit dem sie in die Seelen der Menschen schauen kann – eine Möglichkeit, den Namen des Brunnen herzuleiten. Eine andere ist das „Seelhaus“, das sich in der einstigen Talmudschule befand. Eine christliche Laiengemeinschaft betrieb hier eine Pflegestation für Arme und Kranke, der Brunnen diente ihr zur Versorgung mit Wasser.

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